Mit der Fähre nach Bali

Die meisten fliegen nach Bali, wir sind mit der Fähre gefahren. Bis es soweit war, hat es aber gedauert. Wir sind von unserer gemütlichen Unterkunft in Banyuwangi zusammen mit einem amerikanischen Pärchen zum Fährhafen in Ketapang gefahren worden. Von hier fahren die Fähren alle fünfzehn Minuten von Java nach Bali. Und das zu einem Spottpreis von 6.500 indonesischen Rupien, was umgerechnet knapp 40 Cent entspricht. Was das für die Qualität und Wartung der Schiffe bedeutet ist natürlich eine andere Frage. Wir füllten einen Bogen mit den benötigen Informationen (Name, Alter und Herkunft) aus und bekamen unser Ticket. Nach einer Sicherheitskontrolle, an der nichts kontrolliert wurde, kamen wir in den gesicherten Bereich. Dort erfuhren wir ziemlich schnell, dass im Moment keine Fähren nach Bali übersetzen, da der Wind und damit verbunden der Wellengang zu stark sei. Wir hatten Glück, dass schönes Wetter war und setzten uns an ein schönes Plätzchen. Dass wir am Ende fünf Stunden warten mussten, haben wir da natürlich noch nicht geahnt. Die Zeit haben wir mit Quatschen, gutem Nasi Goreng von einer kleinen Garküche für 10.000 Rupien, Lesen, Rumlaufen und mittags lautem Gesang vom Imam verbracht. Mel stand zudem noch die ganze Zeit mit unserem Fahrer auf der anderen Seite in Gilimanuk in Kontakt, der letztendlich nicht mehr warten wollte, dass irgendwann wieder eine Fähre fahren würde, und schon abgehauen ist. Irgendwann gab es eine Ansage auf Indonesisch, nach der alle Einheimischen zu einem Anleger stürmten. Da der Wind es den Einheimischen weiterhin gleichtat, waren wir uns nicht ganz sicher, ob wir direkt auf die erste Fähre wollten, die ablegen sollte. In Indonesien gab es ja auch in der letzten Zeit Fährunglücke, vor allem bei stürmischer See. Es dauerte auch noch, bis die Fähre dann wirklich anlegte und alle drauf eilten. Wir entschieden uns, zu einer anderen Fähre zu gehen, die auch langsam anlegte und auch nicht so voll war wie die erste. Eventuell war der Andrang auf dem ersten Schiff einfach zu groß oder wir hatten einfach den besseren Fähranleger zum Ablegen, auf alle Fälle kam es so, dass wir die erste Fähre waren, die sich auf den Weg nach Bali machte. Die Überfahrt war, man kann es nicht anders sagen, wirklich sehr schaukelig. Auf einer Fähre auf der Ostsee macht man sich dann ja keine Sorgen, aber wenn man sich den Zustand der Fähren in Indonesien anschaut, dann war ein Stoßgebet zu dem Zeitpunkt schon angebracht.

Da wir so lange am Fähranleger gewartet hatten, war es mittlerweile auch so spät, dass wir noch den Sonnenuntergang hinter dem Vulkan Ijen sehen konnten. Der schöne Anblick beruhigte etwas und die Besatzung war auch eher entspannt unterwegs, sodass wir noch in der Dämmerung in Gilimanuk wieder sicheren Boden unter den Füßen hatten. Am Anleger warteten dann auch direkt andere Fahrer auf Kundschaft. Zusammen mit den beiden Amerikanern, die in die gleiche Richtung wie wir mussten, teilten wir uns einen Wagen und kamen nach einem langen Tag mit viel Warten doch noch irgendwann an unserem Tageszielort in Munduk an.

Tim
02.08.2018
Indonesien, Java, Bali, Schiff


2 Kommentare

Gregor 15.08.2018 um 19:46 Uhr
Und jetzt ab aufs Surfbrett ihr zwei! ;-)

Die Vagabunden 15.08.2018 um 18:12 Uhr
Ganz schön mutig, auf so einem Seelenverkäufer mitzuschaukeln. Das sind doch die Schiffe, die aus traurigen Gründen manchmal in Deutschland im Fernsehen erwähnt werden, oder?

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